Blut-Johanniskraut
Weil ihre Früchte knallrot sind und beim Zerreiben der Pflanzenteile roter Saft heraus tritt, wird diese Pflanze “Blut-Johanniskraut” oder “Mannsblut” genannt. Der lateinische Begriff ist Hypericum androsaemum.
Die besonders hübsche und fragile Blüte ist eine sogenannte “Scheindolde”. Leider kenne ich den Unterschied zu einer richtigen Dolde nicht und hoffe, dass Karin Greiner, die Biologin und Kräuter- und Pflanzenexpertin, den verständlich machen kann.



Eine wirklich attraktive Pflanze – und hier die botanischen Feinheiten:
Die Blüte selbst besteht aus Kelchblättern, fünf goldgelben Kronblättern, einem dicken Puschel feiner Staubblätter und im Zentrum ein dickes Fruchtblatt, auch Stempel genannt.
Die Blüten stehen einzeln am Ende drahtiger Stielchen. Mehrere solcher Blüten zusammen bilden den Blütenstand einer sog. Scheindolde.
Dolde bzw. Scheindolde bezeichnen bestimmte Blütenstände, also wie sich viele Blüten an einem Stängel zusammen organisieren.
Bei der Dolde entspringen alle Zweiglein, an denen eine einzelne Blüte steht von einem Punkt:
Siehe
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2f/Inflorescences_Umbel_Kwiatostan_Baldach.svg
Beispiele für Pflanzen, die eine Dolde tragen: Bärlauch, Efeu
Bei Scheindolden dagegen entspringen die Zweiglein mit den einzelnen Blüten an unterschiedlichen Stellen. Die Blüten stehen nur schirmartig oder halbkugelig beieinander, dass es den Eindruck erweckt, sie bildeten eine echte Dolde.
Siehe
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/Schirmtraube_%28inflorescence%29.svg
Beispiele: Schafgarbe, Holunder
Alles klar?
Doldengrüße, gar nicht scheinbar
Karin
Vielen Dank, liebe Karin!